Was hat dich ursprünglich in die IT/Softwareentwicklung geführt?
Ich war jung und brauchte das Geld – nein im Ernst: Zu der Zeit hatte ich gerade meine Promotion in einem biochemischen Institut einer medizinischen Fakultät begonnen. Es zeigte sich aber, dass mein Professor seine Doktoranden für fünf Jahre in seinem Institut gehalten hat, um Betreuer für das biochemische Praktikum der Mediziner zu haben. Da ich bereits seit meinem 13. Lebensjahr programmiert habe und hier meine „echte Leidenschaft“ lag, bin ich dann bei der nächsten Gelegenheit in die IT gewechselt.
Wie trägt deine Arbeit dazu bei, unsere Kunden erfolgreicher zu machen?
Die Verbindung mehrerer Interessensgebiete innerhalb und außerhalb der IT ermöglicht mir, nicht nur einfach Aufträge umzusetzen, sondern komplexe Systeme auch unter Berücksichtigung von fachlichen Aspekten zu erfassen und die jeweils beste Lösung zu konzipieren.
Welche Trends in der Softwareentwicklung beobachtest du aktuell mit Interesse?
Momentan scheint es wieder eine Skepsis bezüglich „Cloud“ zu geben. Bei dem Bemühen, zwischen on-prem und Cloud wechseln zu können, werden die alten Pattern wieder wichtig, die auf Entkopplung und Abstraktion setzen. Dazu kommen spannende Angriffsszenarien, die schon seit einiger Zeit in der Diskussion sind, jetzt aber durch State Sponsored Thread Actors auch umgesetzt werden. „Zero Trust“ und „Assume Breach“ werden somit immer wichtiger.
Was würdest du gerne in der IT-Welt verändern, wenn du könntest?
Das Bewusstsein dafür schaffen, dass zum einen ein Stück Software kein Lagerregal ist: es benötigt fortwährende Pflege und Aktualisierung – das muss mit eingeplant werden.
Was machst du gerne, wenn du nicht gerade an Code oder Konzepten arbeitest?
Mit meiner Familie in Zoos oder wandern gehen. Science Fiction-Serien wie Dune, Foundation oder Black Mirror finde ich auch sehr spannend. Dazu kommen Online-Kurse – ich habe ein Jahresabo bei Coursera und finde dort immer wieder Kurse auch außerhalb der IT, die sehr spannend sind.

Welchen Tipp würdest du jungen Talenten geben, die in die Branche einsteigen möchten?
Schnell und selbständig ein breites Wissen aufbauen. In Zeiten von KI wird es schwieriger für junge Talente, da für viele Einsteiger-Aufgaben kein Mensch mehr eingesetzt wird. Wir benötigen in der IT Experten mit einem sehr breiten Basis-Wissen, kombiniert mit tiefen Kenntnissen in mehreren Bereichen, um diese Bereiche miteinander integrieren zu können. Statt dem klassischen I-Shape-Developer, der in einem speziellen Bereich sehr tiefes Know-How besitzt werden nun eher T-Shape- (mit breitem Basis-Wissen) oder M-Shape-Personen benötigt. Das macht den Einstieg nicht leicht und erfordert ein hohes Maß an intrinsischer Motivation, um sich in vielen Themen selbständig weiterzubilden.
Was magst Du am meisten an Deinem Job?
Die Abwechslung. Ich habe in der SDX verschiedene Rollen inne, die ganz unterschiedliches Know-How verlangen. Bei den Kunden gibt es dazu immer wieder Abwechslung durch verschiedene Fach-Anforderungen, unterschiedliche Herangehensweisen und unterschiedliche Technologie-Stacks.
Welche Technologien werden deiner Meinung nach die Branche in den nächsten Jahren prägen?
Kurzfristig: KI. KI ist gekommen, um zu bleiben – die Produktivitäts-Gewinne sind viel zu hoch, als dass sie wieder verschwinden könnten. Mittel- bis langfristig ist das viel schwieriger zu sagen – eventuell werden Block-Chain-Technologien noch mal etwas an Bedeutung gewinnen, aber aus meiner Sicht eher als fertiges Tooling. Sehr langfristig würde ich auf Quanten-Algorithmen setzen.
Wie siehst du die Rolle von KI in deinem Arbeitsbereich in Zukunft?
Da müssen wir nicht weit in die Zukunft schauen. Schon heute ermöglichen KIs ein schnelleres Coding, da die Auto-Vervollständigung nun tatsächlich komplette Programme schreiben kann. Auch Recherche-Arbeiten werden mit KI deutlich einfacher – schon jetzt lässt sich bei den Suchmaschinen die KI-Zusammenfassung der Ergebnisse kaum übersehen. Im Bereich der Analysen und Agentic AI sehe ich noch mehr kommen – ich denke, wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass auch in traditionellen Unternehmen Change-Tickets von KIs erstellt werden und der dazugehörige Pull-Request dann auch schon zur finalen Kontrolle bereit steht.
Was macht die Arbeit bei SDX für dich besonders?
Die Vielfältigkeit der Aufgaben und der Arbeitsgebiete. Jeder Kunde ist anders, hat einen anderen Technologie-Stack und andere Herangehensweisen. Bei der SDX lerne ich zudem immer wieder neue interessante Personen mit sehr fundiertem Wissen kennen. Man muss nicht immer einer Meinung sein – aber es ist schön, die eigenen Positionen immer mal wieder auf den Prüfstand stellen zu können und das Für und Wider mit Leuten diskutieren zu können, die zu ihrer Meinung auch wirklich valide Argumente haben.