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Surface RT vs IPad

25.10.201209:05 Uhr , Svenja Geiger

Der Preis und die Spezifikationen der RT-Variante von Microsoft’s Surface-Tablet auf ARM-Prozessor Basis sind nun bekannt, auch Vorbestellungen werden bereits entgegen genommen. Das gibt mir die Gelegenheit, beide Geräte anhand ihrer wichtigsten Merkmale einmal gegenüberzustellen.

Der Preis

Legt man die 32 GB-Version zugrunde, so kostet das “neue” iPad 579€, das Surface RT 479€, das macht satte 100€ Unterschied! Die 16GB-Variante des iPad (günstigste Konfiguration) kostet ebenso viel wie das Surface RT mit 32 GB, also 479€.

surface2Das sieht nach einem klaren Vorteil für das Surface aus. ABER: Beim Surface RT werden sich laut Microsoft von den 32 GB wohl nur ca. 20 GB für eigene Daten nutzen lassen, der Rest ist für das Betriebssystem vorgesehen. Das relativiert den scheinbar preislichen Vorteil wieder etwas. Allerdings sollte man nicht übersehen, dass sich der Speicher des Surface RT mit einer MicroSD-Karte mühelos und kostengünstig erweitern lassen kann. Hier kann also Microsoft punkten.

 

Das Display

Der Punkt geht auf dem Papier an das iPad, das mit 2048x1536px deutlich über den 1366x768px des Surface RT liegt. Microsoft argumentiert zwar, dass nicht die absolute Auflösung entscheidend ist, sondern die “gefühlte Auflösung”. D.h., dass das ClearType-Display des Surface RT durch die Verhinderung von Reflexionen ein sehr scharfes Bild liefern soll. Ob es die deutlich geringere Auflösung aber wettmachen kann, muss sich in einem Praxistest und bei einer direkten Gegenüberstellung zeigen. Auf dem Papier ist aber das iPad klar vorn. Vorteil beim Surface: es ist möglich einen zweiten Monitor anzuschließen, auf dem man dann eine max. Auflösung von ebenfalls 2048x1536px hat. Das ist sicher für die Benutzung von Office sinnvoll, allerdings werden sich ansonsten ja keine Desktop-Anwendungen auf dem Surface RT installieren lassen. Ob es bei Windows Store Apps Sinn ergibt, einen zweiten Monitor anzuschließen, muss jeder für sich beantworten.

ipad_3Bzgl. der Auflösung habe ich mir persönlich die Frage gestellt, warum Microsoft keine höhere Auflösung (z.B. Full HD wie beim Surface Pro) bietet. Ich glaube, der Grund ist folgender: auf der neuen Windows 8 UI (ehemals Metro UI) wäre die hohe Auflösung kein Problem, hier werden Apps automatisch mit-skaliert bzw. passen sich bei größeren Monitoren durch ihr adaptives Layout an. Es stellt aber ein wesentliches Problem auf dem alten Desktop dar, der auch unter RT vorhanden ist und auf dem z.B. Office und die Dateiverwaltung laufen. Hier würden bei einer hohen Auflösung Symbole und Schaltflächen unglaublich klein sein, sodass sie gar nicht per Touch zu bedienen wären. Daher ist meine Vermutung, dass sich Microsoft bewusst gegen eine höhere Auflösung entschieden hat, um bei den Benutzern keine unnötige Frustration auf dem Desktop aufkommen zu lassen.

CPU, GPU, RAM

windowssurfaceDiese Punkte gehen auf dem Papier ganz klar an das Surface RT. So bietet das Surface RT 2 GB RAM (DDR3), das iPad nur die Hälfte, 1 GB (DDR2). Als CPU werkelt im Surface RT ein Quad-Core-Prozessor mit 1,4 GHz, im iPad hingegen nur ein Dual-Core mit 1 GHz.  Auch bei der GPU punktet das Surface RT. Es hat eine 12-Core-Nvidia-GPU, das iPad hingegen eine 4-Core-PowerVR-GPU. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies alles auf die Performance in der Praxis auswirkt und ob das Surface RT in der Lage ist, berechnungsintensive Tasks/Spiele ebenso schnell auszuführen wie das iPad.

Maße, Gewicht

Hier geben sich iPad und Surface nicht viel. Das Surface RT hat einen deutlich größeren 10.6"-Screen mit 5 Multitouch-Punkten, das iPad ein 9.7"-Display mit 3 Multitouch-Punkten. Das Surface RT wiegt 680g, das iPad ca. 650g und damit 30g weniger. Dafür ist das Surface RT mit 9.3mm ein wenig dünner als das iPad mit 9.4mm.

Akku und Anschlüsse

Bei den Anschlüssen liegt das Surface RT natürlich vor dem sehr abgeschotteten iPad. Das Surface RT bietet einen MicroSD-Steckplatz, wodurch der interne Speicher sehr einfach und kostengünstig erweitert werden kann. Zudem hat es einen USB 2.0-Anschluss und einen HD Video-Out-Port. Bei der Batterielaufzeit liegt das iPad auf dem Papier mit angegebenen 10h Laufzeit bei Surf-Aktivität vor dem Surface RT mit 8h bei normaler Aktivität. Vergleichen lässt sich das aber nur in der Praxis.

Konnektivität

Nachteil des Surface RT und auch des Surface Pro: Es wird keine Versionen mit einer Mobilfunk-Einheit geben, sodass sie nur per WiFi ans Internet angebunden werden können. Ich persönlich finde das sehr schade, denn gerade in Deutschland ist die WiFi-Hotspot-Abdeckung längst nicht ausreichend und man will häufig trotzdem mal ins Internet, was nur mit 3G funktioniert. Für mich ein klarer Punkt für’s iPad, wenn man den Aufpreis in Kauf nimmt. Für viele Anwender könnte das Fehlen des Mobilfunks ein K.O.-Kriterium gegen das Surface sein.

Daneben gibt es noch einige kleinere Vor- und Nachteile auf beiden Seiten. Das Surface RT hat Office 2013 in der Home-Version an Bord und man kann ein Touch/Type Cover dazu kaufen, das gleichzeitig als Tastatur dient. Zudem hat es einen eingebauten ausklappbaren kleinen Ständer zum Hinstellen. Das iPad hat eine bessere Kamera auf der Rückseite, das Surface RT eine bessere Front-Kamera. Wichtig für mich ist die Mehrbenutzer-Fähigkeit beim Surface RT, sodass ich es auch mal meiner Frau oder der Babysitterin geben kann, ohne das diese Zugriff auf meine privaten Daten haben. Das habe ich beim iPad schon immer schmerzlich vermisst!

Fazit

Fakt ist: Mit dem Surface RT hat Microsoft ein hochwertiges Vorzeigegerät für Windows RT am Start, das in der Tablet-Oberklasse mitspielen will. Dies wird eindrucksvoll durch die im Vergleich zum iPad höherwertigen Merkmale (CPU, GPU, RAM, …) belegt. Sie hatten nie vor, im niedrigpreisigen Tablet-Segment eines Kindle Fire oder Nexus 7 mitzuspielen, dieses Feld besetzen sie momentan nicht. Ich freue mich sehr auf einen ersten Test des Surface RT, vor allem auf berechnungsintensive Spiele und Apps bin ich sehr gespannt. In der SDX werden wir erste Surface-Geräte direkt zum Start von Windows 8 haben, sodass einer zeitnahen Betrachtung nichts im Wege steht.

Insgesamt haben beiden Geräte ihre Vor- und Nachteile. Bis auf das Display und die Mobilfunk-Einheit sehe ich für mich dennoch zunächst viele Vorteile beim Surface RT, die auch den Preis rechtfertigen. Vor allem die höhere Flexibilität durch USB-Anschluss und MicroSD-Karte gefällt mir. Aber: wie so oft kommt es nicht auf die Specs an! Apple hat momentan noch das deutlich bessere Ökosystem aus Apps und Zubehör, da muss Microsoft erst mal rankommen. Von daher werden viele Kunden aus gutem Grund trotzdem zum iPad greifen und ich kann es ihnen nicht verübeln.

Noch ein kleiner Hinweis zum Schluss. Wer einen tabellarischen Vergleich wünscht, wird an einigen Stellen im Internet fündig, u.a. hier: http://danielstlouis.wordpress.com/2012/10/16/surface-rt-vs-ipad-3-compared/

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