SQL Server 2005 und 2008 auf einer Maschine: Welche DTEXEC.EXE?

Bei einem Kunden werden aktuell alle BI-Anwendungen von SQL Server 2005 auf 2008 R2 migriert. Da eine solche Migration nicht von heute auf morgen über die Bühne geht, müssen die Entwickler in der Regel auch mit beiden Umgebungen gleichzeitig entwickeln können. Dazu sollte auf Entwicklerrechnern sowohl Visual Studio 2005 und 2008 (BIDS) wie auch lokale SQL Server in beiden Versionen installiert sein. An sich ist das auch kein Problem, beides läuft einwandfrei nebeneinander.

Wenn aber lokale auf dem Entwicklerrechner SSIS Pakete mit DTEXEC ausgeführt werden, z. B. um Unittest auszuführen, muss darauf geachtet werden, dass die richtige Version von der DTEXEC.EXE zur Ausführung verwendet wird. Ansonsten kommt es zu Problemen bei der Ausführung der Pakete. Wie aber wird entschieden, welche Version von DTEXEC verwendet wird?

Reihenfolge im Systempfad ändern

Bei der SQL Server Installation wird ein Eintrag im Systempfad angelegt, der auf den Ordner zeigt, in dem die DTEXEC.EXE liegt. Bei einer Standardinstallation ist das der Pfad "Microsoft SQL Server90DTSBinn" für 2005 bzw. "Microsoft SQL Server100DTSBinn" für 2008 (R2). Sind beide Versionen installiert gibt es auch beide Einträge. Beim Aufruf aus einem beliebigen Verzeichnis wird nun stets der Pfad verwendet, der als erstes im Systempfad eingetragen ist. Eine Lösung zur Verwendung der richtigen Version ist somit die Anpassung der Reihenfolge im Systempfad.

DTEXEC.EXE umbenennen

Eine einfachere und schnellere Methode ist die Umbenennung der DTEXEC.EXE, die gerade nicht verwendet werden soll, in z. B. DTEXEC90.EXE. Auf diese Weise wird nur eine – die richtige – Version überhaupt gefunden und somit muss die korrekte ausgeführt werden. Vorteil dieser Lösung ist zudem, dass sie sehr schnell rückgängig gemacht werden kann. Für noch mehr Komfort und weniger Fehleranfälligkeit kann man das Ganze auch in einem CMD-Skript verpacken und bei Bedarf aufrufen. So könnten die Umbennungen der 2005er bzw. 2008er DTEXEC-Versionen jeweils in einem Skript "PrepareUnitTestsWith200X.cmd" abgebildet werden.

System Center Advisor ist da!

Finde ich persönlich eine sehr coole Anwendung: Es gibt einen Dienst von Microsoft, den System Center Advisor, bei dem man sich anmelden kann und seine SQL Server 2008 (R2) Konfiguration proaktiv überwachen lassen kann. Das ganze lief lange unter dem Codename "Project Atlanta". Der System Center Advisor ist gespickt mit Informationen über Optimierungsmaßnahmen für verschiedene Konfigurationsszenarien und gibt diese Informationen gerne an den Anwender weiter.

"System Center Advisor is a cloud service hosted on Windows Azure that regularly analyzes your servers’ configuration, drawing on the wisdom and experience of Microsoft support staff and its countless interactions with IT professionals to automatically highlight server configuration problems and their solutions for Windows Server and SQL Server" (Quelle: Microsoft Server and Cloud Platform)

Das ganze basiert auf Azure und Silverlight und bietet eine sehr nette Oberfläche, auf der man direkt die wichtigsten Meldungen bezüglich seiner Server-Farm einsehen kann. Genauer wird es in diesem Video erklärt und gezeigt.

Es gibt eine Trial Version für 60 Tage. Ansonsten kommt der Dienst mit der Software Assurance für SQL Server oder Windows Server

"You can evaluate System Center Advisor now through the 60 day free trial. If your organization is already covered by Software Assurance on either SQL Server or Windows Server you can activate the full Adivsor Service immediately."

Der System Center Advisor unterstützt übrigens nicht nur den SQL Server, sondern auch Windows Server 2008 bzw 2008 R2.

DAX in 30 Minuten

Nein, in diesem Beitrag geht es nicht um den Deutschen Leitindex, sondern um die Data Analysis Expressions, die von Microsoft mit DAX abgekürzt werden. Was ist das? Kurz gesagt, es ist die neue Sprache für das tabulare BISM Model, die mit PowerPivot eingeführt wurde und die bekannten Excel Formeln um eine ganze Menge an relationalen Ausdrücken erweitert.

Für DAX-Anfänger gibt es jetzt einen Blogbeitrag von Owen Duncan (Microsoft), der behauptet, die DAX Grundlagen in 30 Minuten zu vermitteln. Und für alle, die mehr erfahren möchten, gibt es hier eine Sammlung an Whitepaper und Samples, alles direkt vom Hersteller. Viel Spaß!

Office auf dem iPad mit CloudOn

Wie ich soeben bei Lifehacker gelesen habe gibt es für das iPad nun die Möglichkeit Microsoft Office zu verwenden, und das ohne eine native App von Microsoft selbst. Diese steht ja laut Gerüchten für 2012 an, den ersten Schritt hat Microsoft mit OneNote ja bereits getan.

Die Lösung von CloudOn ist leider nicht Touch-Optimiert und somit für größere Arbeiten sicher nicht geeignet. Für kleinere Dinge, wie eben schnell ein Word-Dokument anzupassen, eine Excel-Tabelle zu pflegen oder ähnliches, ist die Lösung aber durchaus zu gebrauchen. Und das Beste aus meiner Sicht ist, dass Dropbox unterstützt wird: Alle Dokumente werden automatisch dort gespeichert und man kann die aktuelle Version zu hause sofort wieder öffnen.

Jetzt kommt allerdings der Haken an der Sache: Leider ist der Dienst in den USA in der Beta-Phase und in Deutschland noch überhaupt nicht verfügbar. Es heißt also auch hier wie bei Microsoft: Warten!

UPDATE: Wegen zu großer Nachfrage wurde die App vorerst gänzlich aus dem Appstore entfernt. Man kann sich aber registrieren und bekommt dann Nachricht, wenn die App wieder verfügbar ist.

Quelle Screenshot: http://site.cloudon.com

Microsoft BI bald mit Touch (iPad, Android, Windows 8…)

Auf dem PASS Summit hat Microsoft seine Roadmap für BI auf mobilen Endgeräten preisgegeben. Dabei wurden ein paar sehr interessante Dinge für 2012 angekündigt.

Ich möchte ich kurz die Roadmap, wie Microsoft sie verkündet hat, zusammenfassen. Was dürfen wir 2012 erwarten? Microsoft unterteilt die Map in drei Phasen. Die erste soll mit dem ersten Halbjahr 2012 abgeschlossen sein und als Ergebnis im Wesentlichen die Unterstützung der SharePoint BI Inhalte wie Excel Services, PerformancePoint oder SSRS Reports auch in "feindlichen" Browsern (die Formulierung stammt von mir, nicht von MS) wie Safari oder Chrome mit sich bringen.

Die Unterstützung für Apples und Googles Browser stellt die Voraussetzung für die zweite Phase dar, die grob für das 2. Halbjahr 2012 terminiert wurde. Jetzt sollen für Touch optimierte User-Experiences mit den genannten Technologien auf unterschiedlichen Endgeräten wie iPad, iPhone, Android Tablets und Phones sowie WP7 bereitgestellt werden. Auf der PASS wurden erste Demos diesbezüglich bereits gezeigt.

Die dritte Phase, für die keine konkrete Zeit genannt wurde, die aber wohl dann Ende 2012 oder Anfang 2013 erwartet werden dürfte, fokussiert sich dann auf die Bereitstellung von BI Inhalten auf Windows 8 Geräten. Hier dürfen wir besonders gespannt sein.

Was hat das alles mit Denali bzw. SQL Server 2012 zu tun? Nichts, denn Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass alle drei Phasen nichts mit dem Launch des SQL Server 2012 zu tun hat. Eine zeitliche Übereinstimmung ist rein zufällig.

Wer es nicht erwarten kann jetzt schon sein iPad für seine Reports zu verwenden, der kann mit Drittanbietertools bereits heute schon erste Lösungen ausprobieren oder produktiv nutzen. Eine Liste, die auch hier zu finden ist:

SQL Server 2012 als BI Edition

Den SQL Server 2012, früher Codename "Denali", wird es in 3 unterschiedlichen Editionen geben. Dass dies eine Vereinfachung zu dem bisherigen Modell darstellt muss nicht extra erwähnt werden. Neu und besonders erfreulich für alle BIler ist die Business Intelligence Edition. Damit können nun beispielsweise die Analysis Services mit dem vollen Feature-Umfang genutzt werden und es bedarf dafür nicht mehr einer Enterprise Edition. Unverständlich ist allerdings warum eines DER BI Features, nämlich der neue Column-Index, nur mit einer Enterprise Edition verwendet werden kann ?! Naja, nicht ganz unverständlich, schließlich will Microsoft ja gute Argumente für die Enterprise Edition haben. Aus Sicht eines kleinen oder mittleren Unternehmen, das trotzdem die Spaltenindexe mit der BI Edition nutzen möchte, ist das aber sehr ärgerlich. Es anzunehmen, dass Microsoft mit der Enterprise Edition klar in Richtung der großen Unternehmen zielt, und besonders hier wird der Column-Index interessant. Kleinere und mittlere Unternehmen sind dann eventuell mit der BI Edition schon sehr gut bedient.

Neu ist auch die Option, die Standard- und Enterprise Edition jetzt Core-basiert zu lizenzieren. Damit antwortet Microsoft auf die vielfache Nachfrage am Markt. Mehr dazu ist hier nachzulesen!

Ich freu mich auf den SQL Server 2012!

Analysis Services 2008 R2 Performance Guide ist da!

Das SQL CAT Team hat einen Performance Guide für die Analysis Services 2008 R2 veröffentlicht, den man sich hier herunterladen kann. Der Guide ist für alle ein Muss, die sich ernsthaft mit SSAS beschäftigen und die ihre Cubes performant gestalten wollen. Der Guide behandelt grob die drei Themenblöcke

        1. Allgemeine Design-Patterns für skalierbare Cubes
        2. Verbesserung der Abfrageperformance
        3. Verbesserung der Verarbeitungsperformance der Cube-Datenbank
        4. Spezielle Anforderungen
Ich habe ihn bis jetzt zur Hälfte gelesen und schon viele Anregungen mitgenommen. Wer sich in dem Thema schon auskennt wird sicher einige Dinge lesen, die er schon kennt, es kann aber nicht schaden, sich die Konzepte nochmal in Gedächtnis zu rufen und den Cube nochmals zu untersuchen.

Buchtipp: The Data Warehouse Toolkit: The Complete Guide to Dimensional Modelling

Auch wenn es schon etwas in die Jahre gekommen ist, dieses Buch ist und bleibt ein wichtiges Referenzwerk wenn es um dimensionale Modellierung im Data Warehouse bzw. Data Mart geht. Da es unabhängig von der verwendeten Technologie ist, wird es diesen Status wohl auch noch lange behalten.

Das Buch bietet zunächst eine Einführung in das Ziel der dimensionalen Modellierung, sowie die wesentlichen Begriffe und Elemente. Danach, und das ist eine der Besonderheiten dieses Buches, wird in jedem Kapitel eine Modellierungstechnik für einen bestimmten Sachverhalt anhand von fachlichen Beispielen wie Inventory, CRM, Sales, HR oder Financial Services dargestellt und erklärt. Das führt dazu, dass viele Techniken 1:1 auf Situationen im eigenen Projekt übertragen werden können.

Im vorletzen Kapitel geht der Autor auf weiterführende Themen ein, doch dies nur an der Oberfläche. Um auch hier einen tieferen Einstieg zu bekommen gibt es aus der Reihe u.a. das Buch “The Data Warehouse Lifecycle Toolkit” und “The Data Warehouse ETL Toolkit“. Diese drei Bücher sollten zur Standardausrüstung jedes Business Intelligence Experten gehören.

SQL Server “Denali” CTP3: Neues in SSIS

Zum Thema Denali gab es hier im Flurfunk bereits zwei Beiträge von unserem eXpert Viktor Ewert. Der erste war die Ankündigung der CTP3 mit einigen wichtigen Links, der zweite zeigte die Neuerungen bei der Installation, insbesondere die neuen Features die mit installiert werden können.

Auch im Bereich SSIS gibt es mit Denali einige Neuerungen. Das ist besonders erfreulich, da in den Vorgängerversionen 2008 bzw. 2008 R2 die Integration Services eher spärlich weiter entwickelt wurden. Dafür gibt es nun einige neue Features, die bekannte Probleme beheben. >> mehr…

Buchtipp: MDX Cookbook

Aus dem Hause Packt gibt es ein neues Buch zum Thema SSAS und MDX. Der Titel lautet “MDX with SQL Server 2008 R2 Analysis Services Cookbook” und das Buch bietet, wie der Name schon sagt, rezeptartige Anleitungen für Probleme aus der Praxis, die durch die Verwendung von MDX und Calculated Measures im Cube gelöst werden können.

Aktuell ist das Buch nur als Vorab-Version in Form eines e-Books verfügbar. Die Papierversion soll aber noch in diesem Monat erscheinen. Das folgende Bild zeigt die Kapitelüberschriften des Buches:

MDX SSAS

Mit diesem Buch gibt es nun zwei hervorragende Bücher zum Thema SSAS aus diesem Verlag. Über das erste Buch mit dem Titel “Expert Cube Development with SQL Server 2008 R2 Analysis Services” haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Die Empfehlung gilt weiterhin, da dieses Buch sich bereits in vielen Anwendungsfällen bewährt hat.

MDX SSAS